Sunday, January 25, 2009

Amok - Amokstanst - Amokstanstenstenst

Waehrend Frederick auf direktem Wege hoch nach Christchurch fahren wollte, nahmen wir drei den landschaftlich schoeneren Weg durch das Landesinnere. Gehalten wurde kurz an den Elephant Rocks, die angeblich wie schlafende Tiere aussehen. Am Lake Waitaki naechtigten wir zu dritt! im Auto. Julian hatte zwar den ganzen Tag gross herumposaunt, draussen zu schlafen, doch zog er komischerweise den Platz in unserem Bettchen vor. Aufgrund der sehr schmalen Liegeflaeche verzog sich Franzi ans Fussende. Die Rueckenschmerzen liessen am naechsten Tag gruessen. Auch ihre Laune war nicht besonders gut, da das fruehaktive Kind Eva schon sehr bald munter war und Franzi nicht einmal Kaffee bekam.

Trotzdem kletterten wir auf den Clay Cliffs herum, hatten Angst um unser Leben und fuhren weiter zum Mount Cook, dem hoechsten Berg Australasiens. Auch dort wurde wieder der Gaskocher ausgepackt und Burger gebraten. Das Abspuelen im Bach, wobei Julian Eva eine Schuessel Wasser ueber den Kopf schuettete, nahm ein schmerzhaftes Ende. Eva naemlich konnte das natuerlich nicht auf sich sitzen lassen und holte mit dem wassergefuellten Topf aus, leider etwas zu schwungvoll und traf Julian mitten im Gesicht. Ein echter Skedderboy kennt jedoch keinen Schmerz, Verletzungen wie Beulen sind eh egal und somit war Friede Freude Eierkuchen. Um das schoene Wetter zu geniessen, chillten wir am eisblauen Pukaki River. Kurz vor 20Uhr kam Julian in den Sinn, dass die Geschaefte in 5 Minuten schliessen. Dank Julian mussten wir noch das eine Lied zu Ende hoeren und kamen somit 2Minuetchen nach Ladenschluss in Twizel an. Zum Glueck hatte der Liquor Shop wenigstens noch offen. Wir deckten uns noch mit Wein ein und fuhren wieder zurueck zum Fluss. Davor bekam Eva noch ihre erste Skatestunde. Der Ansatz eines Ollis ist auf jeden Fall schon zu erkennen :-) Wie ueblich wurde am Lagerfeuer gegrillt. Dieses Mal mussten wir sehr erfinderisch sein, was daraufhinaus lief, dass es unter anderem gebratene Kaesetoasts, karamellisierte Bananen aus der Alufolie und Brataepfel gab. Trotz des Weines und der spaeten Stunde drehte Eva nach ein paar Stunden zu dritt im Auto durch. Also packte sie ihren Schlafsack und legte sich raus, was Franzi und Julian wegen des Platzes natuerlich begruessten.

Der naechste Tag war dem Nichtstun gewidmet. Geduscht wurde notduerftig auf einem beschissenen Campingplatz, gefruehstueckt im Park und, nachdem wir die Church Of The Good Shepherd besichtig hatten, chillten wir nachmittags am Lake Tekapo. Dabei vergassen wir mal wieder die Zeit und machten uns zu spaet auf die Essenssuche. Auf der Fahrt zu dem naechsten Ort machten wir die Erfahrung, dass man schwarz-weisse 65er Schilder vor Kurven auch wirklich beachten sollte. Eva zeichnete die Strassen Neuseelands mit einer weiteren Reifenspur und verfehlte nur knapp den Briefkasten am Strassenrand. Doch dank ihrer Fahrkuenste drifteten wir nur etwas ueber die Fahrbahn. In Fairlie angekommen, hatten sowohl der Supermarkt und das einzige Fastfoodrestaurant geschlossen. Unser Vorrat beschraenkte sich auf eine Dose Bohnen und so waren wir gezwungen in einer Kneipe zu speisen. Julian, der wegen einer Krankheit bis zu seinem 18. Geburtstag kein Alkohol trinken durfte und bis heute noch nicht wirklich viel damit anfangen konnte, beschloss, sich an diesem Abend zu betrinken. Leider verkaufte die Bar uns nichts Hochprozentiges und wir mussten uns auf Rot- und Weisswein beschraenken. Fuer unsere letzte Nacht zu dritt wollten wir einen besonders schoenen Ort finden, was sich als ziemlich schwierig und holprig herausstellte. Um zu einem Fluss zu gelangen, schlugen wir einen sehr steinigen Weg ein. Mit der Zeit wurden die Steine immer groesser, der Weg immer enger, jedoch konnten wir nicht mehr umkehren. Irgendwann kamen wir an einer Steinlandschaft raus, wo die Steine so gross waren, dass es in der Dunkelheit absolut kein Weiterkommen mehr gab. Es wurde nicht lange gezoegert und wir schlugen dort unser Lager auf. Sobald wir im Bett lagen, wurde schon die erste Flasche geoeffnet, Musik angemacht, geredet, geredet, gelacht, geredet, gelacht, geredet, geredet,...geschlafen. An diesem Morgen hielt es Franzi nicht mehr aus und verlagerte ihren Schlafplatz nach draussen, wo sie zwischen nervigen sandflies den Sonnenaufgang genoss. Zu zweit mussten wir Julian, der sich als Einziger ans Steuer traute, aus der Pampa lotsen. Dabei mussten wir den ein oder anderen Stein verpflanzen, Gestruepp rausreissen und das Auto einen Berg hinaufschieben. Letzendlich schafften wir es aber hinaus. Seitdem haengt zwar bisschen Plastik vom Autoboden, aber sonst ist alles beim Alten. So machten wir uns auf den Weg nach Christchurch.

Dort trafen wir auf dem Cathedrale Square Frederick wieder. Lange schauten wir den Spielern auf dem begehbaren Schachfeld zu, schmarrten noch weng und fazzten zum Abschied beim Mexikaner. Als wir spaeter wieder bei den Autos waren und ueberlegten, wo wir zum Schlafen hinfahren koennten, quatschte uns ein unglaublich nettes neuseelaendisches Paerchen an. Die Beiden sind etwa 40 Jahre alt, waren etwas angetrunken und wirken frisch verliebt wie 15 Jaehrige. Irgendwie erinnerten sie uns ein bisschen an Doug and Carry. Die Frau bot uns sogar an, morgen frueh bei ihr zu duschen, was Frederick allerdings dankend ablehnte...Doch sie sagten uns noch einen guten Ort zum Schlafen, den Cranmer Square. Am naechsten Morgen sagten wir den beiden Jungs endgueltig Aufwiedersehen. Was wir an Neuseeland hassen, sind die staendigen Abschiede. Gerade wenn man jemanden so richtig mag, muss man sich oft schon wieder trennen. An dieser Stelle: Julian, danke fuer die schoene Zeit, du bist amok :-)





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