In der darauffolgenden Woche war das Wetter besonders schoen, weswegen wir nach unserem Feierabend des oefteren an die wunderschoenen Straende, Ocean Beach und Waimarama Beach, fuhren.
Am Abend wird gross aufgekocht und danach noch beisammen gesessen. Dabei wird viel geschmarrt und gelacht.
Diese Woche erhielten wir unseren ersten Lohn, allerdings war die Gelduebergabe wieder eine Sache fuer sich. Waehrend alle anderen ihr Geld stinknormal auf das Konto ueberwiesen bekommen, mussten wir es uns persoenlich am Freitagabend um 9Uhr bei unserem Supervisor abholen. Sein Buero befindet sich in der Garage neben seinem Bungalow. Der Arbeitsbereich wird durch zwei von der Decke haengenden Perserteppichen vom Garagengeruempel getrennt. Mittendrin ist ein grosser Schreibtisch mit jeder Menge Papierkram platziert, dahinter sitzt Gubi. Aussenrum stehen Plastikstuehle und abgwetzte Sessel, auf denen ausser uns drei Deutschen nur Afrikaner sassen, die ebenfalls ihren Lohn holen wollten. Sobald man draussen ein Auto oder Stimmen hoerte, konnte man eine deutliche Veraenderung in Gubis Gesichtsausdruck sehen. Schnell checkte er ab, wer es war. Der Reihe nach musste jede den Platz gegenueber von Gubi einnehmen und dann ging die Verhandlung ueber die Zahl der gemachten Baeume los. Daraufhin errechnete Gubi den jeweiligen Lohn, den er cash ausbezahlte. Dazu musste er aber erst kurz im Haus verschwinden, um dann mit einem prall gefuellten Plastikbeutel und einigen Hundertern in der Hosentasche zurueck zu kommen. Als die Afrikaner alle ihr Geld bekommen hatten, waren schliesslich wir an der Reihe. Bevor wir unser Geld bekamen, sollten wir zwei allerdings erst beim naechsten Supermarkt Bier fuer Gubi holen. Der Grund dafuer war, wie wir spaeter erfuhren, dass er selbst wegen Alkohol am Steuer seinen Fuehrerschein verloren hatte. So bekamen nun auch wir unser hart verdientes Geld abzueglich Steuern, ob wir die jemals wiedersehen steht in den Sternen. Bei Gubi bekommt man naemlich keinen Lohnzettel, mit dem man die Steuern zurueckfordern kann. Spricht man ihn darauf an, antwortet er nur “ya ya, tomorrow”...
Wir kamen uns wirklich vor wie in einem Mafiafilm. Franzi haette sogar auf ihr Geld verzichtet, wenn sie dafuer ihre Kamera auspacken haette koennen. Es war wirklich ein unbeschreibliches Erlebnis.
Am Samstag drehte sich alles um den am Abend bevorstehenden Rave, der von einigen aus dem Hostel organisiert wurde.
Viele nahmen sogar eine mehrstuendige Autofahrt auf sich, um von 21Uhr bis 10Uhr durchzutanzen. Mit der Location glauben wir, gefunden zu haben, was Max fuer seine 33er Party sucht. Schon die Hinfahrt fuehrte einen durch eine Gegend abseits jeglicher Zivilisation. Die Feier fand mitten in einem Naturreservat (neuseelaendische Landschaft!) in einer Lichtung auf einem Berg statt. Niemand fuhr heim, wenn geschlafen wurde, dann in vans oder zelten. Auch wir naechtigten 3 Stunden auf Fahrer- und Beifahrersitz im Van von Freunden aus dem Hostel --> sau unbequem.
Am naechsten Tag trudelten allmaehlich alle wieder im Hostel ein. Entweder wurde bei einem Filmchen vor dem Fernseher gechillt oder im Bett gepennt. Unsere Lieben (Jonas, Jan, Martin) erfuellten uns den Wunsch, endlich ein Radio in den guten Mitsubishi einzubauen. Nach etwa 3stuendigem Hin und Her merkten wir, dass wir ueberhaupt keine Boxen besitzen. Also wurden die billigsten bei “Supercheap Auto” gekauft und eingebaut. Als kleines Dankeschoen dafuer bekochten wir die Jungs.