Tuesday, December 9, 2008

Unser Leben als Apple Thinner in Hastings





Wir entschieden uns dafuer, nach Hastings zu fahren, da man dort zu 99% Arbeit findet. Schon unterwegs buchten wir die Betten im Rotten Apple, einem vom Lonely Planet empfohlenen Hostel. Die Atmosphaere gefiel uns von Anfang an. Der einzige Haken daran war, dass wir in getrennten Schlafraeumen naechtigen mussten (Franzi in einem 10er Dorm, Eva in einem 4er Zimmer; Mitbewohner ausschliesslich maennlich). Gluecklicherweise wurde am Sonntag ein Doppelzimmer frei, in das wir umziehen konnten. Seitdem hausen wir wieder in unseren eigenen 4 Waenden. Am selben Tag erhielten wir die freudige Nachricht, dass wir ab Montag als Apple Thinner arbeiten koennen.Um 7 sollten wir uns (Martin aka Wurst, Philipp und wir beide) mit Gubi auf einem Supermarktparkplatz treffen. Der Supervisor kam allerdings viel zu spaet, seine Begruendung war sein hangover (Kater). Zusammen fuhren wir zur Apfelplantage. Sofort ging es mit dem Aepfelpfluecken los. Unsere Aufgabe besteht darin, schlechte bzw zu kleine Aepfel auszusortieren. Dabei muessen wir mit einer Leiter auf bis zu 6Meter hohen Baeumen herumkraxeln. Unser normaler Arbeitstag beginnt um 7Uhr und endet um 16Uhr. Die Arbeitswoche dauert 6Tage. Wenn es mal ausnahmsweise sehr gut laeuft, verdienen wir 6Euro (ohne Steuerabzug!). Solche Tage sind aber sehr selten, durchschnittlich liegt der Stundenlohn bei 4,50Euro. Hinzu kommt, dass es an manchen Tagen bis zu 32,5Grad im Schatten hat, da schuetzt sich sogar Eva mit Lichtschutzfaktor 30+. Das liegt wohl daran, dass ihr Fuss beim ersten Strandbesuch, am Ocean Beach, mehr als nur einen gewoehnlichen Sonnenbrand erlitt. Dieser schwoll noch am ersten Arbeitstag so dick an, dass fuer Eva am folgenden Tag Bettruhe angesagt war.

Obwohl Eva am Mittwoch wieder voll einsatzbereit war, warteten natuerlich wieder neue Probleme auf uns. Als wir zur Arbeit fuhren, stieg die Temperaturnadel sehr rasch und aus der Motorhaube qualmte es. Unsere schlauen Jungs inkl Gubi prophezeiten uns sofort einen Motorschaden mit bis zu 2000Dollar (ca. 1000Euro) Reparaturkosten. Diese Summe liess uns an diesem Tag besonders hart arbeiten. Da uns alle Angst machten, unser Auto sei nun Schrott, suchten wir eine Werkstatt auf. Um ueberhaupt dorthin zu gelangen, riefen wir mal wieder Doro und Darren an, die uns netterweise ueber das Telefon bestimmte Handgriffe erklaerten. Da es in unserer Geldboerse eher lau aussieht, mussten wir auf einen alten Trick zurueckgreifen. Trotz Regen packten wir unsere Miniroecke aus und stolzierten in die Werkstatt. Es stellte sich heraus, dass es nur an einem Loch in einem Schlauch lag. Schnell war der Schaden behoben und dank Minirock entfielen die Reperaturkosten.
Selbst am Wochenende ruhten wir uns nicht aus. Am Freitagabend ging es mit den Leuten aus dem Hostel, mit denen wir uns inzwischen richtig gut verstehen, in die hier angesagte Bar, CruBar. Ihr werdet es kaum glauben, aber unseren einzigen freien Tag verbrachten wir mit einer 20Kilometer langen Wanderung zum Cape Kidnapper. Zu fuenfzehnt liefen wir circa 5Stunden am Strand entlang. Das letzte Stueck ging steil bergauf und raubte uns die letzten Kraefte. Oben angekommen, picknickten wir, bewunderten die schoene Aussicht und die riesige Toelpelkolonie.

In der darauffolgenden Woche war das Wetter besonders schoen, weswegen wir nach unserem Feierabend des oefteren an die wunderschoenen Straende, Ocean Beach und Waimarama Beach, fuhren.

Am Abend wird gross aufgekocht und danach noch beisammen gesessen. Dabei wird viel geschmarrt und gelacht.
Diese Woche erhielten wir unseren ersten Lohn, allerdings war die Gelduebergabe wieder eine Sache fuer sich. Waehrend alle anderen ihr Geld stinknormal auf das Konto ueberwiesen bekommen, mussten wir es uns persoenlich am Freitagabend um 9Uhr bei unserem Supervisor abholen. Sein Buero befindet sich in der Garage neben seinem Bungalow. Der Arbeitsbereich wird durch zwei von der Decke haengenden Perserteppichen vom Garagengeruempel getrennt. Mittendrin ist e
in grosser Schreibtisch mit jeder Menge Papierkram platziert, dahinter sitzt Gubi. Aussenrum stehen Plastikstuehle und abgwetzte Sessel, auf denen ausser uns drei Deutschen nur Afrikaner sassen, die ebenfalls ihren Lohn holen wollten. Sobald man draussen ein Auto oder Stimmen hoerte, konnte man eine deutliche Veraenderung in Gubis Gesichtsausdruck sehen. Schnell checkte er ab, wer es war. Der Reihe nach musste jede den Platz gegenueber von Gubi einnehmen und dann ging die Verhandlung ueber die Zahl der gemachten Baeume los. Daraufhin errechnete Gubi den jeweiligen Lohn, den er cash ausbezahlte. Dazu musste er aber erst kurz im Haus verschwinden, um dann mit einem prall gefuellten Plastikbeutel und einigen Hundertern in der Hosentasche zurueck zu kommen. Als die Afrikaner alle ihr Geld bekommen hatten, waren schliesslich wir an der Reihe. Bevor wir unser Geld bekamen, sollten wir zwei allerdings erst beim naechsten Supermarkt Bier fuer Gubi holen. Der Grund dafuer war, wie wir spaeter erfuhren, dass er selbst wegen Alkohol am Steuer seinen Fuehrerschein verloren hatte. So bekamen nun auch wir unser hart verdientes Geld abzueglich Steuern, ob wir die jemals wiedersehen steht in den Sternen. Bei Gubi bekommt man naemlich keinen Lohnzettel, mit dem man die Steuern zurueckfordern kann. Spricht man ihn darauf an, antwortet er nur “ya ya, tomorrow”...
Wir kamen uns wirklich vor wie in einem Mafiafilm. Franzi haette sogar auf ihr Geld verzichtet, wenn sie dafuer ihre Kamera auspacken haette koennen. Es war wirkli
ch ein unbeschreibliches Erlebnis.
Am Samstag drehte sich alles um den am Abend bevorstehenden Rave, der von einigen aus dem Hostel organisiert wurde.
Viele nahmen sogar eine mehrstuendige Autofahrt auf sich, um von 21Uhr bis 10Uhr durchzutanzen. Mit der Location glauben wir, gefunden zu haben, was Max fuer seine 33er Party sucht. Schon die Hinfahrt fuehrte einen durch eine Gegend abseits jeglicher Zivilisation. Die Feier fand mitten in einem Naturreservat (neuseelaendische Landschaft!) in einer Lichtung auf einem Berg statt. Niemand fuhr heim, wenn geschlafen wurde, dann in vans oder zelten. Auch wir naechtigten 3 Stunden auf Fahrer- und Beifahrersitz im Van von Freunden aus dem Hostel --> sau unbequem.
Am naechsten Tag trudelten allmaehlich alle wieder im Hostel ein. Entweder wurde bei
einem Filmchen vor dem Fernseher gechillt oder im Bett gepennt. Unsere Lieben (Jonas, Jan, Martin) erfuellten uns den Wunsch, endlich ein Radio in den guten Mitsubishi einzubauen. Nach etwa 3stuendigem Hin und Her merkten wir, dass wir ueberhaupt keine Boxen besitzen. Also wurden die billigsten bei “Supercheap Auto” gekauft und eingebaut. Als kleines Dankeschoen dafuer bekochten wir die Jungs.

Heyho let's go!

Bevor es am Donnerstag losgehen konnte, standen noch zwei wichtige Punkte auf unserer to-do-Liste: Ersatzschluessel nachmachen lassen + Versicherung abschliessen. Auf dem Weg in die Stadt merkten wir, warum gerade wir so eine Versicherung haben sollten. Eine andere Moeglichkeit waere, nicht mit einem (vielleicht auch nur nicht mit unserem) Mitsubishi Libero an einem Hang vor einem Auto zu parken – Beruehrungsgefahr!
Nachdem der Ersatzschluessel nicht passte, liessen wir ihn ein weiteres Mal nachmachen. Der zweite schien mit etwas Gewalt ok zu sein.
Somit konnte unser Abenteuer wirklich beginnen. Nach etwa 3 Stunden Autofahrt Richtung Tauranga machte sich mal wieder der knurrende Magen bemerkbar. Das goldene M wurde sogar mal gegen ein rot-weisses KFC ausgetauscht. Doch unser Auto machte uns ein Strich durch die Rechnung. Der “tolle” Ersatzschluessel liess sich nicht mehr aus dem Zuendschloss ziehen. Zum Glueck fiel Franzi bereits beim Befahren des Parkplatzes das grosse Schild mit Car-Service auf. Fuer uns zwei hilflosen Maedchen loeste ein Mechaniker das Problem kostenlos.
In Tauranga angekommen, machten wir uns wie geplant auf Jobsuche. Die Aussichten auf Arbeit waren zu dieser Zeit allerdings beschissen. Viele andere Backpacker warteten schon seit Wochen. Sehr schnell sahen wir ein, dass Naegel mit Koepfen gemacht werden muessen.

Die letzten, furchtbaren Tage in Auckland

Nach vier Stunden Fahrt voellig erschoepft um 12 Uhr nachts in Auckland angekommen, waren wir zwei auf einmal ganz auf uns alleine gestellt. Mitten in der Nacht mussten wir uns etwas zu Essen (5 mal Mc Donalds in 48 Stunden--> ausgeschlossen) und vor allem ein Dach ueber dem Kopf suchen. Am schwierigsten war allerdings die Suche nach einem bezahlbaren Parkplatz in der Innenstadt fuer das Mietauto, das wir am naechsten Tag zurueckbringen mussten. Letztendlich hatte das Auto dann wohl einen teureren wenn nicht sogar besseren Schlafplatz als wir.Ab Montag ging es bergab. Die Hilflosigkeit bei Entscheidungen bezueglich unserer weiteren Reise schlug uns aufs Gemuet, bestimmt aber auch der fehlende Schlaf und der bevorstehende Abschied von unseren Freunden.Morgens schien noch alles gut zu laufen, Doro hatte ein Auto fuer uns gefunden (Mitsubishi libero, kombi, benziner, baujahr 1997, schlicht, aber unserer Meinung nach traumhaft schoen!). In aller Fruehe fuhren wir zu Doro, um das gute Stueck anzuschauen. Weil das Auto uns sofort gefiel, aber vorallem, weil wir eigentlich keine andere Wahl hatten, war diese Entscheidung mal schnell getroffen: wir kaufen das Auto. Doro gab uns noch nuetzliche Tipps, Kuehlwasser- und Oelstand regelmaessig zu kontrollieren, worauf Fragen wie z.B. “Wie macht man das denn nochmal?” folgten. Dummerweise machten wir uns vorher keine Gedanken ueber die Bezahlung und konnten somit nur einen Teil am Montag zahlen, da Franzis Tageslimit der Sparkassenkarte ab der Haelfte des Kaufpreises ausgeschoepft war. Auch diese Probleme waren ruckzuck geklaert und wir konnten mit unserem! Autochen nach Auckland duesen, um unsere restlichen Sachen, die noch bei Maria untergebracht waren, zu holen.
Nach einigem Hin- und Hergepacke waren wir froh, endlich wieder im Auto zu sitzen, Essen zu holen und uns ein Hostel fuer die Nacht zu suchen. Doch dann geschah es oder bessergesagt es geschah nichts. Unser Auto sprang nicht an! An diesem Punkt wurde unser gelassenes zu einem verzweifelten, weinenden Lachen. Sofort wurde unser grosser Bruder verstaendigt. Weil auch der uns nicht helfen konnte, riefen wir Doro und Darren an. Hilfsbereit, wie die beiden sind, machten sie sich sofort auf den Weg zu uns. Waehrend wir warteten, vernichteten wir aus Verzweiflung unsere letzten Suessigkeiten. Nach 20 Minuten Warten scherzte Eva “Wett ma, jetzt geht er an!”, versuchte es erneut und kaum zu glauben, der Motor lief! Kurz darauf trafen dann auch Doro und Darren ein. Darren checkte vor Ort, soweit es mit unserer Winnie Pooh-Taschenlampe moeglich war, alles durch. Er konnte zwar auf die Schnelle nichts finden, um aber auf Nummer Sicher zu gehen, tauschten wir mit Doro Auto und unsere Abreise verschob sich um zwei weitere Tage...
Wir waren nach diesem Schock mit unseren Nerven voellig am Ende und brauchten eine kleine Aufmunterung, deswegen fuhren wir zu Dave. Doch auch hierbei blieb uns mal wieder nichts erspart. Nach 2stuendiger Irrfahrt durch einen Aucklander Ghettovorort hatten wir ihn endlich gefunden, aber wir waren nur noch zwei Haeufchen Elend. Zum ersten Mal schien uns eure Voraussage, wir waeren schon vor Weihnachten zurueck, gar nicht mehr so abwegig. Doch dank Dave und Steinlager war dieser Gedanke schnell wieder ausgeloescht. Als der kleine Zeiger der Uhr sich der 1 naeherte, fiel uns ein, dass wir noch eine Unterkunft fuer diese Nacht brauchten. Also machten wir uns auf den Weg nach Auckland. Leider war uns nicht bewusst, dass auch Hostels bestimmte Oeffnungszeiten haben. Somit vergingen weitere Stunden, bis wir im Bett lagen.
Wir dachten uns, neuer Tag-neues Glueck, doch neuer Tag-neues Pech trifft es eher.
Die Nachricht, dass unser Weihnachten in einem richtigen, schoenen, sauberen Haus auf der Kippe stand, brachte das Fass im warsten Sinne des Wortes zum Ueberlaufen. Nicht nur Eva, sondern sogar unsere sonst so “kaltherzige” Franzi brachen mitten in einem Cafe in Traenen aus. Aufgrund unseres straffen Zeitplans mussten wir voellig verheult zur deutschen Botschaft, um die Sache mit Franzis Reisepass zu klaeren. Kleiner Tipp am Rande: wenn man in Auckland mal Heimweh nach deutscher Sauberkeit, edler Bueroeinrichtung und deutschem Kaffee hat, sollte man unbedingt die deutsche Botschaft aufsuchen! Einen neuen Reisepass konnten wir dort allerdings nicht beantragen, dieser Punkt musste auf die Zeit in Wellington verschoben werden.
Nach diesem ernuechternden Vormittag goennten wir uns ein Mittagessen mit Freunden im Foodcourt und machten uns danach endlich mal rechtzeitig auf die Suche nach einem Hostel.Am Mittwoch ging es zum Glueck bergauf. Die sehnsuechtig erwarteten Bankkarten von Eva und das Paeckchen von Franzi kamen an. Nun wurde dem taeglichen Besuch der Schulrezeption ein Ende gesetzt, worueber auch Matthias (Rezeptionist aus Deutschland) sehr erfreut war. Er verabschiedete sich laechelnd mit den Worten “ Geht bitte, ihr bringt nur Unglueck mit euch!”.
Danach starteten wir unseren zweiten Anlauf zum Autokauf. Unser Suesser lief wieder bestens, somit wurde die ausstehende Summe bezahlt und wir waren endgueltig die Besitzer unseres ersten eigenen Autos.
Was fuer ein Zufall, es war Mittwochabend und die Pubnight stand bevor. Das letzte Mal trafen wir uns mit allen und genossen das Beisammensein. Auf Evas Wunsch zogen wir mit den anderen in eine Karaokebar weiter. Danach folgte der schwierigste Part. Es war time to say goodbye. Nachdem wir uns von den meisten verabschiedet hatten, gab es noch fuer Dave und Franzi mittlerweile schon legendaere Munchies beim Mac. Muede fielen wir ins Bett.

Wochenendtrip - Rotorua

Wie es weitergehen sollte, stand mal wieder in den Sternen. Klar war nur, dass wir das Worldwide House am Samstag verlassen muessen, noch kein Auto haben, jedoch das Wochenende nicht in Auckland verbringen wollen. Doch auch dieses Problem konnte mal wieder durch unseren grossen Bruder geloest werden! Zusammen mit einem Japaner, vier Belgiern, einem Schweizer und drei Deutschen mieteten wir uns zwei Kleinbusse und machten uns am Samstag auf den Weg nach Rotorua. Der abgemachte Abfahrtstermin verschob sich allerdings um einige Stunden, da man sich am Abend zuvor mal wieder im Provedor traf und nicht jeder in seinem Bettchen schlafen konnte. Unterwegs machten wir bei Mc Donalds Rast, was auf diesem Trip zu unserem Hauptnahrungsmittel werden sollte. Das erste Ziel unserer zwei Spassmobile war das Waiotapu Thermal Wonderland. Schon als wir aus dem Auto ausstiegen, kam uns der rotorua-typische Schwefelgestank entgegen, der uns jedoch nicht davon abhalten konnte, eine Stunde lang durch die Schwefellandschaft zu marschieren. Danach knurrten die Maegen und wir fuhren zum Supermarkt. Nach einigem hin und her entschieden wir uns schliesslich fuer ein Festmahl mit Spaghetti mit Tomatensauce. Vor dem Kochen konnten wir uns zum Glueck erfolgreich druecken, weil es Evas Fotoapparat einfach zu gut bei den Blubberbecken gefiel. Unser grosser Bruder fuhr mit uns den Weg zureck zu dem Ort, wo das verlorengeglaubte Ding gluecklicherweise noch unbewegt an der selben Stelle lag. Als wir zurueck ins Hostel kamen, war die Mahlzeit bereits gerichtet. Nach dem Essen und der ein oder anderen Flasche Wein zogen wir zum Tanzen in enen Club weiter. Zu spaeter Stunde fanden wir zwar den Weg nach Hause, jedoch war der Tuercode der Unterkunft nicht mehr in den Koepfen praesent, was den Jungs ziemlichen Aerger mit dem Hostelbesitzer einbrachte. In unserem Maedelszimmer mit Lisbeth und Conny wurden noch Traenen gelacht und Cookies vernichtet.
Am naechsten Morgen fruehstueckten wir gemeinsam in aller Fruehe. Die Augen waren, wenn ueberhaupt, nur halb geoeffnet, die Maegen fuhren Achterbahn. Da uns der Bus zu dem Highlight unseres Trips, Whitewater Rafting, um 8 Uhr abholte, war nun schnell Packen angesagt. Irgendwann konnte man eine aufgeregte Franzi hektisch im Innenhof herumirren sehen. Saemtliche Kleidungsstuecke flogen durch die Luft und das gesamte Hostel wurde auf den Kopf gestellt, denn es war mal wieder ein Verlust zu melden: Franzis Reisepass!!! Fuer eine lange Suche war nun aber keine Zeit, jetzt war unser Abenteuer an der Reihe. Der Bus brachte uns zu einer Huette, in der wir die noetigen Instruktionen, Surferanzuege, Schwimmwesten und Helme erhielten. Am Kaituna River angekommen, wurden wir auf zwei Gummiboote mit je einem gutaussehenden Guide aufgeteilt. Natuerlich bestanden wir darauf, nebeneinander zu sitzen, um gemeinsam in den “Tod” zu stuerzen! Ein paar Minuten spaeter war bei fast jedem (man beachte Evis Gesichtsausdruck) alle Angst vergessen.
Auf die verschiedenen Kommandos unseres Guides mussten wir vor- und rueckwaerts paddeln, uns ins Boot schmeissen und festklammern. Vor den Wasserfaellen hielten wir immer kurz an, um in die Tiefe zu schauen und uns mit Paddeln in der Luft und lautem Geschrei (“Flipp?”>”Hell, yes/no!!”) auf den Sturz vorzubereiten. Mit den verschiedensten Gesichtsausdruecken stuerzten wir die drei (3,5 unud 7Meter) Wasserfaelle hinunter. Geflipped sind wir nicht, aber der Adrenalinkick und das Gefuehl, mit dem Boot komplett unter Wasser zu sein, war der Wahnsinn. Fazit: Wir brauchen Geld fuer Blackwater Rafting :)
Danach wurden wir wieder mit dem Bus nach Rotorua gefahren, wo Franzi noch einmal nach ihrem Reisepass suchen wollte. Mal wieder hatten wir mehr Glueck als Verstand und der Hostelbesitzer hatte ihn gefunden. Das Problem an der Sache war nur, wo und in welchem Zustand... auf bis heute unerklaerliche Weise war der Reisepass in ein Klo gefallen. Dementsprechend riecht und sieht er auch aus!
Damit war unser abenteuerlustiger Tag noch lange nicht vorbei. Um die belgischen Jungs zufrieden zu stellen, fuhren wir zum Zorbing weiter. Drei von uns rollten in einer riesigen transparenten mit Wasser gefuellten Kugel einen Berg hinunter. Wir konnten beobachten, wie sie durch die Kugel geschleudert wurden.
Nun wurde mal wieder der gute alte Lonely Planet zu Rate gezogen. Unser nechstes Ziel war Off Road New Zealand, die Wegbeschreibung des Lonely Planet fuehrte jedoch zu einer zweistuendigen Irrfahrt. Da konnte Dave mal wieder seinen Lieblingsspruch “Der ist noch nichtmal das Papier wert, auf dem er gedruckt ist!” bringen. Letztendlich faned wir doch noch die richtige Abzweigung und entschieden uns fuer eine Bush Tour. Zu zweit in einem kleinen Jeep cruisten wir durch die Pampa, metertiefe Pfuetzen, ueber Holzstaemme und schlitterten einen fast 90 Grad Abhang hinunter, sodass die Schnauze des Autos den Boden beruehrte und wir uns vor Angst fast ins Hoeschen gemacht haetten:)
Diesen aufregenden Tag liess die eine Haelfte der Gruppe im Hot Water Pool, die andere mit einem Bierchen am Lake Rotorua ausklingen.

Zeit der Entscheidungen

Das mit dem Entscheiden war allerdings wieder so eine Sache :
1.Entscheidung: wir verlaengern den Sprachkurs um eine Woche (u.a. um etwas Zeit zu gewinnen)--> durchgefuehrt!
2.Entscheidung: nachdem wir die Schule beendet haben, bleiben wir noch ein paar Wochen in Auckland, suchen uns einen Job und vor allem eine Wohnung! Wir machten uns ernsthaft auf Wohnungssuche, telefonierten herum und besichtigten sogar eine wirklich coole Wohnung. Mitbewohner: Pierre und Antoine, Freunde aus der Schule. Kosten: 30 euro pro Person und Woche!!! Zimmer: ein 90cm-Bett, kleiner Schrank und gerade noch Platz fuer einen Schlafplatz auf dem Boden (da haetten wir uns natuerlich abgewechselt). Hoert sich doch wirklich gut an oder etwa nicht?! Freitagabend wurde dann zugesagt, Samstagmorgen wieder abgesagt.
-->voellig gescheitert!
3.Entscheidung: Wir bleiben nur noch die verlaengerte Schulwoche in Auckland und wohnen solange m Worldwide house, d.h. allerdings Umzug aus unserem inzwischen liebgewonnenem 2er Apartment einen Stock hoeher zu MARIA (typisch deutsches Maedchen, blond, blauaeugig,...duales Studium,arbeitet in der saechsischen Sparkasse, zielstrebig, ordentlich, durchgeplant,sparsam, figurbewusst(Fitnessstudio!),wie eine Mutter, Lieblingswort 'krass' --> ging uns unglaublich auf die Nerven, aber mit der Zeit und dem ein oder anderen Flaeschchen Wein wurde das ganze zu einem lustigen Schauspiel. Somit fuehlten wir uns auch dort heimisch. -->gute Entscheidung
Auch in dieser ereignisreichen Woche blieb natuerlich noch Zeit, um die inzwischen legendaere Pubnight zu besuchen. Hilfsbereit und fuersorglich, wie wir unsere Eva kennen, kuemmerte sie sich um Neuankoemmlinge und zeigte Jean-Baptiste (ein Belgier, was fuer ein Zufall) den Weg zum Bus. Franzi hingegen zog mit unserem grossen Bruder weiter ins Magaritas und testet aus,wieviele Quick Fuck man an einem Abend trinken kann, was allerdings zu peinlichen Tanzeinlagen und Kopfschmerzen am naechsten Tag fuehrte.
Am Sonntag mieteten Vera, Dave und wir beide uns ein Auto und fuhren zu den wunderschoenen Surferstraenden Piha & Karekare (schwarzer Sand). Vorher hatten wir uns in einem franzoesichen Feinkostladen mit Leckereien wie richtigem Brot und Kaese eingedeckt. Alles in einem ein herrlicher erholsamer Tag.


Nun brach unsere letzte Schulwoche an. Am Montagnachmittag feuerten wir unser Schulfussballteam bei dem Spiel gegen eine andere Sprachschule an. Waehrend wir in der Sonne chillten und Cookies assen, machten die Jungs die Gegner fertig. Anschliessend wurde der taegliche Einkauf erledigt und abends gut gekocht. Auch heute war wieder Maedlsabend bei Maria angesagt. Wir waren jedoch nur stille Teilnehmer und verfolgten das Geschnattere. Die Lachanfaelle waren nur schwer zu unterdruecken.
Denkt nicht, dass wir hier nur saufen und Party machen, doch nun stand wieder die naechste Pubnight an! Da wir zu diesem Zeitp unkt dachten, dass dies unsere letzte Pubnight sei, liessen wir es noch einmal so richtig krachen. Nach dem Pubbesuch zogen wir also weiter ins Magaritas. Den weiteren Verlauf des Abends muessen wir wohl nicht weiter schildern...
Am naechsten Morgen jedoch sass Franzi alleine im Downtown-Bus und traf Eva am Treffpunkt fuer den bevorstehenden Classtrip noch in ihrem Partyoutfit und -Makeup wieder. Dank Mama Franzis prall geufellten Rucksackes konnte Eva noch schnell ihre Zaehne putzen und feste Schuhe anziehen, bevor es mit der Faehre zur Vulkaninsel Rangitoto losging. Dort wanderten wir circa eine Stunde aufwaerts. Voellig erledigt oben angekommen genossen wir den Ausblick und die von Franzi mit Liebe gemachten Sandwiches.
Am Freitag war unser letzter Schultag, den wir die ganze Zeit eher verdraengt hatten, da es nun Abschied nehmen hiess. Das Schlimmste jedoch war die “graduation”, also die Zeugnisuebergabe, bei der die Graduierenden vor der gesamten Schule eine kurze Rede (auf Englisch!) halten muessen. Trotz Aufregung meisterten wir diese Aufgabe mit Bravour:)
Danach ging es mit unserer Morningclass und Lehrerin Freya in unser Lieblingscafe Eve's, um die Schulzeit bei Cappuccino und Muffins ausklingen zu lassen.