Thursday, April 2, 2009

Wandern ist des Muellers Lust...

a, ihr lest richtig, wir waren schon wieder wandern. Allerdings “nur” eine Tageswanderung, das sogenannte Tongariro Crossing. Es fuehrt durch spektakulaeres vulkanisches Gelaende – vorbei an einem aktiven Krater und an Stellen, wo heisser Damp austritt. Auch die Aussicht ist vom Feinsten.
Um 7Uhr morgens brachte uns der Bus des Hostels zum Start. Waehrend wir beim Anstieg unsere Mitwanderer eher von hinten sahen, wendete sich das Blatt beim Endstueck. Da konnten sie von unseren Ruecken entzueckt werden. Man hatte 8 Stunden fuer die Tour Zeit, wir hingegen brauchten nur 6,5 Stunden. Wir stapften durch verschiedene Vegetationszonen und konnten auf den Mt.Ngauruhoe (Schicksalsberg aus Herr der Ringe), Mt.Tongariro und Mt.Ruapehu blicken. Ausserdem sahen wir die hellblauen Emerald und Blue Lakes. Landschaftlich war Einiges geboten.

Alles sieht gut aus, solange man es richtig kombiniert

In Wellington angekommen, trafen wir uns mit Franzis Patentante Birthe, die ebenfalls fuer 4Wochen das andere Ende der Welt bereist. Mit ihr zusammen fuhren wir an der Kueste um Wellington herum, besuchten das Te Papa Museum, mit dem Cable Car ging es zu den Botanischen Gaerten und schlenderten durch die Geschaefte. Wir mussten mal wieder feststellen, dass die Welt klein ist. Aus dem Nichts tauchte auf einmal Julia Jahn auf und im Supermarkt liefen uns Jan und Jonas ueber den Weg. Nachdem Birthe sich auf den Weg Richtung Suedinsel gemacht hatte, holten wir endlich Franzis Reisepass bei der Deutschen Botschaft ab. Danach war erstmal shoppen in der Grossstadt angesagt, hierbei zeigte sich, dass sich unser Geschmack erweitert hat.
Nachdem wir erfahren hatten, dass es in Queenstown sogar schon geschneit hat, spielten wir wieder mit dem Gedanken fuer eine Woche auf eine Pacific Island zu fliegen. Deswegen suchten wir das House Of Travel auf. Die nette Dame machte uns ein unabschlagbares Angebot: Flug, Hotel (Deluxe Ocean View Twin Room, breakfast, swimming pool, white sand beach and a stunning blue lagoon). Es genuegte, eine Nacht darueberzuschlafen, und die Entscheidung stand fest, wie fliegen nach Samoa.

Goodbye my lover, goodbye south island

Soeben mussten wir Abschied von der Suedinsel nehmen, was uns wirklich schwer fiel. Wir haben hier so viele schoene, aufregende, atemberaubende, unvergessliche,...Momente erlebt, tolle Leute kennengelernt und eine wunderbare Zeit gehabt. Durch das Verlassen der Suedinsel wird uns nun bewusst, dass unsere Aufenthalt in Neuseeland sich langsam dem Ende neigt.

Daeumchendrehen

m auch mal behaupten zu koennen, im legendaeren Partyhostel von Nelson gewesen zu sein, checkten wir im Paradiso ein. Zufaellig trafen wir dort unser Maexchen aus Blenheim wieder.
Die uebrigen Tage auf der Suedinsel liessen wir mal wieder bei Marion und Andreas ausklingen. Mit ihnen unternahmen wir Ausfluege in der schoene Gegend um Nelson. Wir fuhren sogar Traktor, da sich Marion um eine Farm kuemmert, wo auch ihr Pferd steht.


The trip with our Original Wildboyz

Tagsdrauf hiess es dann endgueltig Bye Bye City Hotel, da wir uns mit Wurst, Jonas und Jan in Motueka verabredet hatten. Kaum dort angekommen, wurde der Abel Tasman Track gebucht. Doch bevor das Wandern losgehen konnte, mussten wir uns noch mit dem noetigen Equipment, sprich Zelt und Isomatten, ausstatten. Auch fuer das leibliche Wohl musste gesorgt werden und deckten wir uns mit Instantnoodles, Toast und Nutella ein. Es schien also alles perfekt vorbereitet.
Als wir jedoch am Samstagmorgen aufwachten, hoerten wir schon die ersten Regentropfen auf unser Autodach prasseln. Nach etwa 4Stunden warten und zig Wanderern, die uns davon abrieten, heute noch zu starten, zogen wir los. Unsere Original Wildboys kannten kein Pardon und liefen, ehrlich gesagt rannten wir fast schon, durch den stroemenden Regen. Voellig durchnaesst mussten wir dann unseren Campingplatz gegen einen, der wenigstens einen Shelter hatte, umbuchen. Alle waren ziemlich angepisst, da nicht nur wir, sondern auch das Innenleben unserer Rucksaecke, pitschnass waren. Da half auch Jonas 90-110l Rucksackverhueterli nix ;-) Vorallem Wurst spielte mit dem Gedanken sich seinen Gaskocher in den Mund zu stecken.
Nach einer Nacht in nassen Schlafsaecken oder in einer Regenhose waren wir am naechsten Morgen alle gluecklich, als wir von der Sonne, naja eher vom Jan, geweckt wurden. Wir mussten naemlich in aller Fruehe wegen der Tide (low/high) weiterziehen. Trotz Jonas Aussage, er wuerde auch bei high Tide durchkommen, blieben wir selbst bei low Tide nicht trocken. Gluecklicherweise war unser erfahrener Wanderer Jan mit einer Pause einverstanden und wir konnten erstmal ausgiebig fruehstuecken. Dank unserer Utensilien, die wir zum Trocknen ausgebreitet hatten, verweilten wir noch zwei Stunden in der Sonne. In der Mittagssonne machten wir uns dann an den ersten Anstieg des Tages. Die Jungs konnten ueber die Hoehen zwar nur Laecheln, wir hingegen kamen aus der Puste. Nach etwa 2Stunden waren die Fuesse “blutig” gelaufen. Eva hatte an jedem Fuss 5Blasen, die ihr das Wandern nicht gerade erleichterten und ihren Gang ins Humpeln uebergingen liessen. Doch selbst diese Qualen wurden durch die Urwaelder und goldenen Straende gemildert. Die Landschaft dort ist unbeschreiblich, davon ueberzeugt ihr euch auf den Bildern am besten selbst. Franzi war den Traenen nahe, als die geliebte RayBan nach ihrem zweiten Sturz nicht mehr auffindbar war. Nachdem ihre eigene Suche erfolglos blieb, waren die Jungs so lieb und liefen nochmal zurueck bis zur Huette, wo wir mittags Brotzeit gemacht hatten. Wer suchet, der findet. Also ging es mit RayBan im Gepaeck weiter.
Abends am verlassenen Strand angekommen, fuehlten wir uns wie im Paradies. Keine Menschenseele ausser uns Fuenf, goldener Sand, hellblaues, aber arschkaltes, Wasser. Zum Abendessen gab es Mi Goreng.
Dank der super Planung mussten wir auch am dritten Tag wieder frueh starten, um die Tide zu erwischen. Aufgrund der zweiten bevorstehenden Tide des heutigen Tages mussten wir 5Stunden an einem Campingplatz warten. Wir lagen die meiste Zeit in unseren Zelten, da die Sandflies uns sonst voellig zerstochen haetten. Zum Glueck war das restliche Stueck zum Schlafplatz nicht mehr weit und wir konnten noch ins Wasser springen. Leider waren wir diese Nacht nicht alleine. Unsere Campingnachbarn muessen uns wirklich gehasst haben. Da wir am naechsten Morgen nicht frueh raus mussten, plauderten wir noch lange. Was sie allerdings wirklich ausrasten liess, war die Opossumjagd von Jonas und Wurst.
Am letzten Tag hatten wir nicht mehr viel zu laufen. Nach etwa einer Stunde waren wir am Ziel, wo wir unsere letzten Vorraete verspeisten bevor uns das Sea Shuttle abholte. Auf hoher See fuhren wir zurueck zu unserem Auto und sahen unterwegs nochmal die ganze Strecke, die wir gelaufen sind.
Nach vier Tagen in der Wildnis suchten wir mal wieder McDonalds auf, was fuer die Wurst etwas teurer als erwartet wurde. Als er unangeschnallt aus dem Parkplatz ausbog, wurde er sofort von einer Polizistin angehalten. Unangeschnallt bedeutet 150Dollar zahlen. Das Gelaechter war gross, da Wurst ein absoluter Sparfuchs ist.

Blenheim = <3

Also machten wir uns schweren Herzens auf den Weg nach Blenheim. Da die Hitze auf der Fahrt in unserem Auto unertraeglich war, mussten wir uns unterwegs unserer T-Shirts entledigen und fuhren somit nur in Unterwaesche im Arbeiteroertchen ein. Dort empfing uns Wurst (Martin) im City Hotel, wo er schon seit 4 Wochen verweilt und hart am Arbeiten war. Das Hostel ist ein ehemaliges Hotel, dass der Besitzer Damian nach und nach zu einem Hostel umgestaltet hat und immer noch dabei ist. Sehr geile alte Raeume, schoener Holzboden, super bequemes Fernsehzimmer mit eeeeewig vielen Kissen, 4er Zimmer mit eigenem Bad, kleiner Balkon, free Waschen UND FREE WIRELESS!!! --> perfekt. Auch die Arbeitssuche stellte sich als ziemlich einfach heraus. Man musste nur in das Office gegenueber gehen, sagen, dass man Arbeit sucht und zack hatte man einen Job. So hiess es dann am naechsten Tag um dreiviertel 5 aufstehen, um halb6 war am iSite Treffpunkt. Von Anfang an schien alles schon viel serioeser als damals bei Gubi auf dem Appleorchard. Man kannte unsere Namen, sie wollten unsere IRD-Number und wir mussten sogar einen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Unsere Arbeit war entweder Grape Thinning, Leaf Plugging oder Netting. Was das genau ist, wollt ihr vermutlich gar nicht wissen. Jedenfalls laeuft man den ganzen Tag bei Sonne und Regen auf einem Vineyard rum. Zwischendurch wurde mit unseren Arbeitskollegen zwar Quatsch gemacht, allerdings passte unser Supervisor Thomas bestens auf, dass wir auch alles richtig machten und nicht so viel Paepaepaep (labern). Immer wieder schaute Craig, der naechst Hoehere nach Thomas vorbei und kontrollierte unsere Arbeit. Ihn koennt ihr euch als typischen fetten weissen reichen faulen Boss vorstellen. Ausserdem lernten wir beim Arbeiten Rene und Bernhard, den unser Supervisor B-Hard taufte, kennen. Mit ihnen hatten wir jede Menge Spass. Gelegentlich trafen wir sie auch nach Feierabend.
Schnell waren wir wieder im Arbeitsalltag drinnen. Um halb 6 standen wir auf, schmierten geschwind Brote, holten die Jungs ab und fuhren zum Weingut. Gegen 17Uhr war Feierabend, danach wurde eingekauft, gefazzt und vor dem Tv gechillt. Im Laufe der Zeit lernte man sich besser kennen und die Atmosphaere im Hostel aehnelte der in einer Wg. Kurze Personenbeschreibung: Wurst (aka Martin, Freund aus Hastings), mit ihm verbrachten wir viele witzige Stunden in unserem persoenlichen Wohnzimmer, vorallem wenn er auf unserem Computer Seiten wie Karpfen-Spezial oeffnete. Sebastian, mit dem Eva ihren Berufswunsch, und Aram, mit dem Eva ihren Maennergeschmack teilte. Die Franzosen, mit denen man viel lachen und trinken konnte und die ausserdem hervorragende Crepes zauberten. Vorallem mit Florent(henten) hatten wir eine Menge Spass. Unser Fernseh- und Internetfreund Paul aus England, unser kleines Aeffchen. Der perfekte Schwiegersohn Max aus Manchester. Ben, mit dem wir auch anfangs zusammen arbeiteten, der dann allerdings der 2.Manager des Hostels wurde. Ein Spast wie im Buche steht, aber schon so bescheuert, dass man ihn gern haben muss. Er kommt aus Neuseeland und sein Lieblingswort ist FUCK. Aufgrund der Saetze wie “You fucking german Biatch, i will fuck you tonight, i show you my dick ,....” war das Gelaechter stets gross und der coole Ben kam sich verarscht vor. Gluecklicherweise gab es auch was fuer das Auge und Herz, Joost (Hollaender) und Blake (Neuseelaender)...
Einige spanisch Sprechende und Asiaten, die super nett waren, waren ebenfalls vertreten.
Am Wochenende und teilweise auch unter der Woche gab es richtig gute Feiern. Gleich am ersten Sonntag verliessen unsere zwei japanischen Zimmergenossinen Blenheim und machten eine Abschiedsfeier, bei der jeder etwas Typisches aus seinem Land kochen sollte. Das uebernahmen fuer uns allerdings die zwei deutschen Jungs, Sebastian und Aram. Es gab Kaesespaetzle. Ach nee, wir kochten sogar Dr. Oetker Vanillepudding :-) Ausserdem gab es jede Menge Bier und Whiskey-Cola. Dementsprechend waren alle gut drauf und die Nacht war kurz.
Die naechste Woche wurde fleissig gearbeitet und wir fuehlten uns im City Hotel immer heimischer. Am Donnerstag feierte Joost seinen Geburtstag. Eigentlich war es ja ein Wochentag, sprich am naechsten Tag wieder frueh aufstehen, jedoch hoffte jeder, dass der Wetterbericht ausnahmsweise mal Recht hat und aufgrund des Regens ausschlafen kann. Irgendwann sassen wir allerdings nur noch zu 4 da. Keiner wollte schlafen gehen, also beschlossen wir noch einen Film anzuschauen. Unterwegs ins DVD-Zimmer fanden wir noch die franzoesische Dancingqueen mit einem Stueckchen Kaese vor dem Kuehlschrank liegen. Gegen 4Uhr nachts schoben wir Reservoir Dogs in den DVD-Player. Mehr als 10Minuten bekam allerdings niemand mit. Als wir um 6Uhr mit der Abspannmusik wieder aufwachten, konnten wir das Prasseln des Regens hoeren. Sprich unser letzter Arbeitstag war buchstaeblich ins Wasser gefallen. Muede fielen wir ins Bett. Ab diesem Zeitpunkt nahm unser Leben einen sehr seltsamen Tagesrhythmus ein. Wir standen gegen 13Uhr auf, fruehstueckten, gingen in die Stadt, auch mal an den Strand oder warteten sehnsuechtig auf Feierabend der Anderen. Dann kam naemlich wieder Leben ins Hostel. Wir kochten und assen gemeinsam, danach wurde entweder Party gemacht (Dancefloor Kokomo) oder vor dem Fernseher gekuschelt. Es kam auch vor, dass Filme zweimal angeschaut wurden. Das war uns allerdings voellig egal, da wir im siebten Himmel schwebten ;-) Gegen 6Uhr morgens wurde man dann von den Arbeiterleuten durch das Herumwerkeln in der Kueche geweckt und wir beide gingen ins Bett. Fuer manch Andere stand allerdings ein harter Arbeitstag bevor.
Aufgrund des aufkommenden Fruehlings verschob sich unsere Abreise somit von Tag zu Tag. Am Mittwoch wurde nochmal so richtig gefeiert und letzendlich waren wir total besoffen, was uns, vorallem Eva, am naechsten Tag mehr als peinlich war. Am Donnerstag wendete sich das Blatt. Wir hassen Abschiede!!! Zumindest eine von uns war nun alleine und musste sich eine neue Abendbeschaeftigung suchen. Zum Glueck gab es den “Spitzen”koch Ben, der sie mit “vorzueglichen” Sandwiches aufheiterte und mit in Dannys (Urgestalt) Palace aka Wohnwagen aka Koboldhoele nahm. Eva hingegen war sehr sehr muede.


Unser zweites Zuhause

In Nelson angekommen, trafen wir uns erstmal mit Marion und Andreas an der Rabbit Island. Marion hatte ihr Pferd dabei und unser Wunsch ein eigenes Pferd zu besitzen wuchs noch mehr, als sie mit ihm im Wasser baden ging und am Strand ausritt. Am Abend machten wir noch ein BBQ und danach ging es wieder in die schoenen vier Waende.
Die drei Naechte waren schneller vorbei, als uns lieb war. Vorallem weil nun Arbeiten wieder angesagt war.