Also machten wir uns schweren Herzens auf den Weg nach Blenheim. Da die Hitze auf der Fahrt in unserem Auto unertraeglich war, mussten wir uns unterwegs unserer T-Shirts entledigen und fuhren somit nur in Unterwaesche im Arbeiteroertchen ein. Dort empfing uns Wurst (Martin) im City Hotel, wo er schon seit 4 Wochen verweilt und hart am Arbeiten war. Das Hostel ist ein ehemaliges Hotel, dass der Besitzer Damian nach und nach zu einem Hostel umgestaltet hat und immer noch dabei ist. Sehr geile alte Raeume, schoener Holzboden, super bequemes Fernsehzimmer mit eeeeewig vielen Kissen, 4er Zimmer mit eigenem Bad, kleiner Balkon, free Waschen UND FREE WIRELESS!!! --> perfekt. Auch die Arbeitssuche stellte sich als ziemlich einfach heraus. Man musste nur in das Office gegenueber gehen, sagen, dass man Arbeit sucht und zack hatte man einen Job. So hiess es dann am naechsten Tag um dreiviertel 5 aufstehen, um halb6 war am iSite Treffpunkt. Von Anfang an schien alles schon viel serioeser als damals bei Gubi auf dem Appleorchard. Man kannte unsere Namen, sie wollten unsere IRD-Number und wir mussten sogar einen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Unsere Arbeit war entweder Grape Thinning, Leaf Plugging oder Netting. Was das genau ist, wollt ihr vermutlich gar nicht wissen. Jedenfalls laeuft man den ganzen Tag bei Sonne und Regen auf einem Vineyard rum. Zwischendurch wurde mit unseren Arbeitskollegen zwar Quatsch gemacht, allerdings passte unser Supervisor Thomas bestens auf, dass wir auch alles richtig machten und nicht so viel Paepaepaep (labern). Immer wieder schaute Craig, der naechst Hoehere nach Thomas vorbei und kontrollierte unsere Arbeit. Ihn koennt ihr euch als typischen fetten weissen reichen faulen Boss vorstellen. Ausserdem lernten wir beim Arbeiten Rene und Bernhard, den unser Supervisor B-Hard taufte, kennen. Mit ihnen hatten wir jede Menge Spass. Gelegentlich trafen wir sie auch nach Feierabend.
Schnell waren wir wieder im Arbeitsalltag drinnen. Um halb 6 standen wir auf, schmierten geschwind Brote, holten die Jungs ab und fuhren zum Weingut. Gegen 17Uhr war Feierabend, danach wurde eingekauft, gefazzt und vor dem Tv gechillt. Im Laufe der Zeit lernte man sich besser kennen und die Atmosphaere im Hostel aehnelte der in einer Wg. Kurze Personenbeschreibung: Wurst (aka Martin, Freund aus Hastings), mit ihm verbrachten wir viele witzige Stunden in unserem persoenlichen Wohnzimmer, vorallem wenn er auf unserem Computer Seiten wie Karpfen-Spezial oeffnete. Sebastian, mit dem Eva ihren Berufswunsch, und Aram, mit dem Eva ihren Maennergeschmack teilte. Die Franzosen, mit denen man viel lachen und trinken konnte und die ausserdem hervorragende Crepes zauberten. Vorallem mit Florent(henten) hatten wir eine Menge Spass. Unser Fernseh- und Internetfreund Paul aus England, unser kleines Aeffchen. Der perfekte Schwiegersohn Max aus Manchester. Ben, mit dem wir auch anfangs zusammen arbeiteten, der dann allerdings der 2.Manager des Hostels wurde. Ein Spast wie im Buche steht, aber schon so bescheuert, dass man ihn gern haben muss. Er kommt aus Neuseeland und sein Lieblingswort ist FUCK. Aufgrund der Saetze wie “You fucking german Biatch, i will fuck you tonight, i show you my dick ,....” war das Gelaechter stets gross und der coole Ben kam sich verarscht vor. Gluecklicherweise gab es auch was fuer das Auge und Herz, Joost (Hollaender) und Blake (Neuseelaender)...
Einige spanisch Sprechende und Asiaten, die super nett waren, waren ebenfalls vertreten.
Am Wochenende und teilweise auch unter der Woche gab es richtig gute Feiern. Gleich am ersten Sonntag verliessen unsere zwei japanischen Zimmergenossinen Blenheim und machten eine Abschiedsfeier, bei der jeder etwas Typisches aus seinem Land kochen sollte. Das uebernahmen fuer uns allerdings die zwei deutschen Jungs, Sebastian und Aram. Es gab Kaesespaetzle. Ach nee, wir kochten sogar Dr. Oetker Vanillepudding :-) Ausserdem gab es jede Menge Bier und Whiskey-Cola. Dementsprechend waren alle gut drauf und die Nacht war kurz.
Die naechste Woche wurde fleissig gearbeitet und wir fuehlten uns im City Hotel immer heimischer. Am Donnerstag feierte Joost seinen Geburtstag. Eigentlich war es ja ein Wochentag, sprich am naechsten Tag wieder frueh aufstehen, jedoch hoffte jeder, dass der Wetterbericht ausnahmsweise mal Recht hat und aufgrund des Regens ausschlafen kann. Irgendwann sassen wir allerdings nur noch zu 4 da. Keiner wollte schlafen gehen, also beschlossen wir noch einen Film anzuschauen. Unterwegs ins DVD-Zimmer fanden wir noch die franzoesische Dancingqueen mit einem Stueckchen Kaese vor dem Kuehlschrank liegen. Gegen 4Uhr nachts schoben wir Reservoir Dogs in den DVD-Player. Mehr als 10Minuten bekam allerdings niemand mit. Als wir um 6Uhr mit der Abspannmusik wieder aufwachten, konnten wir das Prasseln des Regens hoeren. Sprich unser letzter Arbeitstag war buchstaeblich ins Wasser gefallen. Muede fielen wir ins Bett. Ab diesem Zeitpunkt nahm unser Leben einen sehr seltsamen Tagesrhythmus ein. Wir standen gegen 13Uhr auf, fruehstueckten, gingen in die Stadt, auch mal an den Strand oder warteten sehnsuechtig auf Feierabend der Anderen. Dann kam naemlich wieder Leben ins Hostel. Wir kochten und assen gemeinsam, danach wurde entweder Party gemacht (Dancefloor Kokomo) oder vor dem Fernseher gekuschelt. Es kam auch vor, dass Filme zweimal angeschaut wurden. Das war uns allerdings voellig egal, da wir im siebten Himmel schwebten ;-) Gegen 6Uhr morgens wurde man dann von den Arbeiterleuten durch das Herumwerkeln in der Kueche geweckt und wir beide gingen ins Bett. Fuer manch Andere stand allerdings ein harter Arbeitstag bevor.
Aufgrund des aufkommenden Fruehlings verschob sich unsere Abreise somit von Tag zu Tag. Am Mittwoch wurde nochmal so richtig gefeiert und letzendlich waren wir total besoffen, was uns, vorallem Eva, am naechsten Tag mehr als peinlich war. Am Donnerstag wendete sich das Blatt. Wir hassen Abschiede!!! Zumindest eine von uns war nun alleine und musste sich eine neue Abendbeschaeftigung suchen. Zum Glueck gab es den “Spitzen”koch Ben, der sie mit “vorzueglichen” Sandwiches aufheiterte und mit in Dannys (Urgestalt) Palace aka Wohnwagen aka Koboldhoele nahm. Eva hingegen war sehr sehr muede.
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